Heute bin ich zu müde, um noch etwas zu schreiben. Morgen wieder. Gut Nacht!
Die sieben Tage sind rum. Eigentlich könnte ich mit dem Tagebuchbloggen jetzt aufhören. Aber irgendwie gefällt mir das tägliche Schreiben, egal ob etwas passiert ist oder nicht. Auch wenn es hier nicht die grossen Kommentardiskussionen auslöst.
Kommentare finde ich etwas vom schönsten am Bloggen. Ich habe es immer gern, wenn ich Feedback bekomme. Ich mag auch nicht stundenlang auf Anrufbeantworter sprechen, wie meine Freundin R. das immer tut. Es irritiert mich sehr, wenn ich keine Antwort bekomme.
Jedenfalls war heute ein ziemlich ereignisarmer Tag. Wider Erwarten kam ich mit meiner Arbeit ziemlich gut voran. Am Morgen regnete es, tagsüber schien dann aber meist die Sonne und abends war es sehr dunkel.
Gleich werde ich noch rausgehen und versuchen, eine Sternschnuppe zu sehen, damit ich mir etwas wünschen kann. Ich weiss auch schon was!
Als ich gestern Abend ins Bett ging, muss ich noch immer beschwippst gewesen sein, denn ich vergass, den Wecker einzuschalten. Aus diesem Grund erwachte ich heute Morgen eine halbe Stunde zu spät. Aber immerhin erwacht ich nur eine halbe Stunde zu spät. So schaffte ich es trotzdem noch, meinen Zug zu erreichen. Heute war mir das wichtig, denn wir hatten am Morgen als erstes eine Gruppenbesprechung.
Dieser glücklich erreichte Zug stand dann aber auf etwas mehr als halbem Weg aufgrund einer Fahrleitungsstörung still. Das Resultat davon war, dass ich zwar nicht wie wenn ich den ersten Zug verpasst hätte eine Stunde, aber doch immerhin 55 Minuten zu spät am Arbeitsort ankam. Wenigstens war das genug spät, um die Besprechung Besprechung sein zu lassen.
Beim Mittagessen gingen die Diskussionen um R.s unromantische Hochzeit weiter. Dieses Mal war er alleine gegen fünf Frauen, so dass er irgendwann einlenkte als wir ihn lange genug beschwatzt hatten, er müsse seiner Braut etwas (am besten Schmuck!) schenken. Ich habe aber den Verdacht, dass er das nur zum Schein und um endlich in Ruhe gelassen zu werden getan hat.
Am Abend Essen mit P. in Zürich. Wir (also eigentlich zunächst vor allem er, später kam auch ich zu Wort) sprachen über seinen neuen Job und die neue Wohnung und über die Mühen der Arbeitssuche. Ausserdem stellten wir uns vor, wie es wäre, wenn wir zusammen eine WG hätten. In einem schönen alten Haus mit einem Stockwerk für jeden. "Würdest du oben wohnen oder ich unten?" fragte P. "Ich oben, damit ich dir auf dem Kopf rumtrampeln kann" sagte ich. "Wärst du lauter oder ich leiser?" fragte er noch und sah dann ein, dass er seine Logik wieder einmal aufpolieren müsste.
Auf dem Heimweg im Zug überlegte ich mir, dass ich mir eine WG mit P. tatsächlich vorstellen könnte. Er ist einer der Menschen, die ich auch während sie mich nerven (und er nervt oft) gern habe.
Ausserdem las ich auf dem Heimweg im Wallander. So langsam findet er glaubs die Lösung.
Heute Morgen erwachte ich mit einem richtig schönen Montagmorgenblues. Draussen regnete es, das Wochenende war vorbei und ich hatte nicht genug geschlafen weil ich zu spät ins Bett gegangen und eine Stunde zu früh aufgewacht war. Nach dem ersten Hadern mit meinem Schicksal legte ich mich deshalb nochmals für eine Stunde ins Bett. Danach machte ich mir einen Bananen-Milchshake um die Stimmung zu heben und ein Brot mit Schafskäse sowie Gurken und Tomaten um im Zug zu frühstücken. Ausserdem verschob ich das Arbeiten auf später und las im Zug den Wallander weiter.
Bei der Arbeit war ich dann nur so halbwegs produktiv.
Beim Mittagessen erzählte uns R. von seiner bevorstehenden Heirat und es entstand eine Zweifrontendiskussion (vier gegen vier) zwischen den doch mindestens halbwegs romantischen Frauen und den Männern, die fanden, sie hätten das alles schon hinter sich und eine Ehe bestenfalls zweckmässig sahen. Wir Frauen: „Ja aber wenigstens mit ein paar Leuten schön essen gehen am Abend!“. Die Männer: „Ringe? Braucht es nicht. Haben wir uns ja angeschaut, aber die waren viel zu teuer.“ Wir Frauen: „Aber wenigstens einen schlichten Ring als Überraschung für die Braut!“ Die Männer: „Und hinterher bei der Scheidung muss alles wieder auseinanderdividiert werden.“ Und so weiter.
Am Abend feierten drei von uns Frauen dann trotzdem noch mit R. eine Art improvisierten Polterabend, da er meinte, dies sei seine letzte Woche in der Freiheit. Wir also nach der Arbeit nach Zürich ins Kino. Wir sahen „Mary und Max“, ein Animationsfilm über die Brieffreundschaft eines Australischen Mädchens zu einem autistischen Mann in New York. Anschliessend waren wir etwas essen und tranken ein bisschen Wein. Ich hatte nicht mehr als zwei Gläser von diesem Marokkanischen Merlot. Aber das reichte schon aus, um mich ziemlich beschwippst zu machen. Ich ertrage wirklich GAR NICHTS mehr.
Dies hier schreibe ich in ebendiesem Zustand offline im Zug. Auf dem Weg zum Bahnhof telefonierte ich mit P. Er zieht nächste Woche nach Graubünden, weil er dort endlich eine Stelle gefunden hat. Deshalb treffen wir uns morgen Abend nochmals in Zürich.
Letzte Nacht träumte ich, dass ich an meinem früheren Arbeitsort in den 15. Stock hinauffahren wollte. Dafür nahm ich einen der vier nur im Traum aussen an jeder Ecke des Gebäudes existierenden Lifte. Der Lift war auf drei Seiten verglast und zwischen der Türe und dem Liftboden gab es einen Spalt, durch den man nach unten sah. Dadurch fühlte ich mich in der Kabine extrem unsicher. Ich glaube, ich hatte Höhenangst in einem Ausmass, wie ich sie im wachen Leben kaum kenne. Ich stand neben der nicht verglasten und mir deshalb noch am ehesten ein Gefühl von Sicherheit vermittelnden Türe und wagte nicht, mich den Glasseiten zuzuwenden.
Ich wollte also den 15. Stock erreichen aber der Lift kam nur sehr langsam voran. Immer wieder hielt er an, weil Menschen aus- oder einsteigen wollten. Irgendwann öffnete sich die Türe wieder als auf dem Display daneben eine 14 stand. Ich stieg also noch nicht aus, war aber erleichtert, dass ich es bald geschafft haben würde. Die Türe schloss sich wieder und noch bevor sie ganz zu war erschien die 15 auf der Anzeige. Ich schaffte es nicht mehr, doch noch auszusteigen und der Lift fuhr wieder abwärts.
Irgendwann hatte ich es dann immerhin wieder bis zum 12. Stock hinauf geschafft. Dort stieg ich sicherheitshalber aus und ging zu Fuss durch das Treppenhaus bis zum 15. Stock.
Am späteren Morgen wurde ich von einem sms meiner Schwester geweckt. Im Halbschlaf las ich, dass sie mir mitteilte, sie und ihre Familie sei gut am Ferienort angekommen seien. "...Unsere suite (! Upgrade) ist so gross, dass [das dreijährige Gottenmädchen] für den Silvesterlauf trainieren kann. ..." Diese Vorstellung war so lustig, dass ich von meinem eigenen lauten Lachen ganz geweckt wurde.
Am Vormittag war ausser lesen, fernsehen und frühstücken nicht viel mit mir los.
Am Nachmittag traf ich D. in Bern. Wir spazierten einmal unter den Lauben die Altstadt runter. In der Nähe der Nydeggbrücke tranken wir Kaffe und D. ass einen Zwetschgen- und ich den besten Schokoladekuchen dieses Jahres. Dann auf der anderen Strassenseite wieder unter den Lauben die Altstadt rauf. Oben beim Bahnhof gabs noch einmal Kaffee.
Zu Hause Sonntagabendprogramm: Lindenstrasse, Abendessen, Tatort.
Letzte Nacht konnte ich lange nicht einschlafen. Stattdessen las ich Wallander, kommentierte
bei books ein Wenig 'rum, wechselte ein paar sms mit einem Brieffreund (Eigentlich mit
dem Brieffreund. Ich habe nicht mehr als einen.) und las anschliessend noch mehr Wallander.
Dafür war ich heute Morgen erst um halb elf statt wie geplant um neun im Hallenbad. Aber immerhin schwamm ich Dreiviertelstunden. Danach habe ich auf dem Helvetiaplatz, in der M. und im C. eingekauft. Ausserdem kaufte ich für zwei Franken ein Schokoladenherz zugunsten einer Kinderkrippe und unterschrieb die
1:12-Initiatve der JUSO Schweiz. Ich finde ja schon länger, dass man die tiefsten Einkommen einer Firma an die höchsten koppeln sollte, damit letztere nicht vollkommen abheben können. Deshalb freut es mich, dass genau diese Idee nun vorangetrieben wird. Bin mal gespannt, was daraus wird.
Wieder zu Hause ass ich Zmittag und schaute im Fernsehen "24h Berlin - Der Film".
Später war ich mit
Frau frogg am Rotsee spazieren. Es ist fast eine Schande, dass ich die Spazierwege dort nicht besser kenne. Ich sehe den See oft, aber fast immer aus dem Zug heraus. Die Wohngegend dort gefällt mir auch sehr.
Um sechs ging ich ins Kino. Schon lange war ich nicht mehr allein im Kino. Ich sah "Looking for Eric" von Ken Loach. Endlich wieder mal ein Happy End!
Danach zu Hause kochte ich mir Reis und Salat. Eine Weile machte ich mir Sorgen um den Kater, denn der kam trotz des Hudelwetters lange nicht nach Hause. Jetzt räkelt er sich aber neben mir auf dem Sofa.
Ich habe ja schon gewusst, dass ich in einer schönen Stadt lebe. Und auch, dass wir einen schönen Wochenmarkt haben. Bei
Zorra habe ich jetzt gelesen, dass er angeblich der grösste der Schweiz ist. Und auch bei ihr habe ich einen Link zu
Cuoche dell'altro mondo mit wunderschönen Fotos vom Markt und der Stadt gefunden.
Heute war seit drei Monaten der erste Freitag, an dem ich in hier in der Stadt geblieben bin.
Bevor ich am Morgen aus dem Haus ging, verabschiedete ich mich von E., der Nachbarin direkt über mir, die heute auszog. Sie hat im Sommer geheiratet und zieht nun mit ihrem Mann zusammen.
Am Vormittag war ich bei der Kosmetikerin (Beine, "Bikini", Achseln).
Danach kaufte ich ein paar Geschenke. Für den Göttibuben einen Lego-Adventskalender, für die kleine Nichte als verspätetes Taufgeschenk Kasperlifiguren (Kasperli, Prinzessin, König, Krokodil) und für den Adventskalender des Gottenmädchens ein paar Sächelchen.
Am Mittag ass ich Suppe und Salat im Gediegenen Café. I. kam dazu. Sie hatte heute auch frei und war zufällig in der Stadt, als ich ihr smste um sie zu fragen, ob sie morgen Zeit zum Käfälen habe. Wir sprachen unter anderem über ihre berufliche Zukunft, denn da gibt es Bewegung. Und auch darüber, wie wichtig aber auch wie unberechenbar die Gesundheit ist.
Später zu Hause legte ich mich hin (mit Wallander). Ich glaube, mein Kopf spürte den Föhn. Danach schaffte ich immerhin noch mein Tagesziel: Ich brachte das Leergut weg. Ausserdem kaufte ich Flammkuchen fürs Znacht und endlich zwei volle CO2-Patronen fürs Sprudelwasser.
Am Abend war nicht mehr viel los mit mir. Ich räumte noch ein wenig auf, sah fern und war ein Bisschen im Internet.
Ebenfalls am Abend kam per sms die Nachricht, dass am Mittag R.'s Töchterchen (und das Schwesterchen vom Göttibuben) zur Welt gekommen ist.
Heute Morgen im Zug wunderte ich mich über eine junge Frau, die extra einen Bekannten anrief der zwei Stationen nach ihr einstieg, um ihn zu fragen, ob er ihr von dort noch eine Gratiszeitung mitbringen könne. An ihrem Bahnhof hätte es keine mehr gehabt. Das hat er dann auch getan.
Nach dem Mittagessen kam meine Kollegin M. zu mir ins Büro und schenkte mir - einfach so - zwei Paar Ohrringe, einen Armreif und einen Fingerring. Alle aus grünem Bernstein und Silber. Sie fand, der Schmuck passe gut zum Anhänger aus grünem Bernstein und Silber, den ich in Polen gekauft habe und sie trage ihn sowieso nie. Mit dem Passen hatte sie natürlich Recht. Trotzdem finde ich das Geschenk viel zu gross. Aber sie will partout kein Geld dafür haben. Ich werde mir überlegen, was ich ihr zurückschenken kann.
Meine Arbeit bestand heute darin, hundert kleine Dinge zu erledigen. Als ich damit fertig war, war es vier Uhr und ich hatte keine Lust mehr, noch mit etwas Grösserem anzufangen. Deshalb vertrödelte ich die Zeit bis fünf und beschloss im Zuge dessen auch gerade, auch auf der Heimfahrt nicht zu Arbeiten sondern sie mit Kurt Wallander zu geniessen. Das war eine gute Idee.
Dann Malkurs.
Danach zu Hause drei Mails geschrieben und mich parallel dazu mit R. über mögliche Babynamen unterhalten. Sie wird, wenn ich gestern und heute ihre geheimnissvollen Andeutungen - ebenfalls per sms - über CTG, Ultraschall und Steisslage richtig gedeutet habe in den nächsten Tagen (also morgen oder am Montag) per Kaiserschnitt entbinden (oder "entbunden werden"?).
Heute zum ersten Mal getan:
Ein Selbstportrait gezeichnet.
Möglicherweise ist Tagebuchbloggen ja ein Pleonasmus. Ich versuche das jetzt aber trotzdem. Denn erstens habe ich Lust, wieder mehr zu schreiben und zweitens gibt es mir die Gelegenheit, auch über Banales zu bloggen. Die Frage ist nur, wie lange ich es durchhalten werde. Mit Tagebuchbloggen anfangen und das dann nach drei Tagen abbrechen wirkt ja schon irgendwie lächerlich. Sagen wir, ich versuche das jetzt mal sieben Tage lang. Klingt realistisch und ist eine runde Zahl.
Heute also bin ich wie immer im Zug zur Arbeit gefahren. Irgendwann auf dem Weg blieb mir der Neid im Hals stecken. Ich sah eine ganz schlanke Frau zuerst von hinten, als sie zur Toilette ging und dachte dabei, wie mager man denn eigentlich noch sein könne. Dabei war sie einfach nur sehr zierlich und keineswegs so dünn, dass es hässlich gewesen wäre. Aber eben, es war der Neid, der aus mir sprach. Als die Frau später von der Toilette zurückkam und ich sie von vorne sah, bemerkte ich, dass ein riesengrosses Feuermal ihr halbes Gesicht, den Hals und Teile des Decolletés bedeckten.
Die Arbeit war heute kurzweilig. Am Nachmittag fand bei uns ein Diskussionsanlass statt und den ganzen Vormittag über half ich K. bei den letzten Vorbereitungen. Nach dem Anlass dann noch Apéro (Wein nachschenken, einen Termin vorfixieren, Apéro abräumen – an solchen Anlässen bin ich eine miserable Netzwerkerin) und schon war Zeit für Feierabend.
Diesen verbrachte ich mit M. im coolen Zürich. Wir assen Levantinisch in der Nähe der Langstrasse und später, in einer Bar, probierte ich das coole Chinotto. Ich finde, es schmeckt wie eine Mischung aus Cola, Rivella und Ginger Ale.
Das Gespräch zwischen M. und mir kam zunächst nicht so recht in Gang. Normalerweise ist das anders. Irgendwann fanden wir dann zum Glück doch noch den Rank. Wir unterhielten uns über verschiedene Kinder und über andere Menschen die wir kennen, über unsere letzten Ferien, natürlich auch über unsere Jobs und irgendwann dann noch übers Abnehmen (ach!). Ausserdem hatten wir da so eine Idee...
Die Heimfahrt im Zug verbrachte ich mit Henning Mankell.
Zu Hause erwartete mich elektronische Post von einem Brieffreund. Henning Mankell wird mich nun ins Bett begleiten.