Was macht eigentlich Mouse?
(Um brigitte nicht länger auf die Folter zu spannen:)
Was ich nicht zu hoffen gewagt hätte, ist eingetreten: Armistead Maupin hat eine Fortsetzung zu seinen "Tales of the City" geschrieben. Und wer weiss, wann ich dies erfahren hätte, wenn ich nicht Silmanjas Artikel zu den "Stadtgeschichten" in der deutschsprachigen Wikipedia gelesen hätte. Ich bestellte also noch am selben Abend den neuen Band, entschloss mich aber, die ersten sechs Bände zum etwa vierten Mal wiederzulesen, bevor ich "Michael Tolliver Lives" zu lesen begann. Dies war wie immer ein Vergnügen und verstärkte meine Neugier auf die Fortsetzung.
Meine Erwartungen waren also hoch. Wie würde Maupin den Faden wieder aufnehmen? Würde er den Sprung über die zwei Jahrzehnte hinweg schaffen? Ich war neugierig, ob und wie sich die Charaktere entwickelt hatten.
Diese Neugierde wurde voll und ganz befriedigt. Man erfährt in "Michael Tolliver Lives", wie Michael, Brian und Mrs. Madrigal heute leben und liest, meist in Rückblenden, was aus den anderen Charakteren geworden ist. Dass die Veränderungen (und auch die Konstanten) der Figuren glaubwürdig gestaltet sind, hat wohl damit zu tun, dass - wie ich jedenfalls annehme - viele Facetten davon Maupins Leben entspringen.
Im Gegensatz zu den alten Stadtgeschichten gibt es in "Michael Tolliver Lives" fast keinen Plot. Jene hatten alle jeweils mindestens einen Handlungsstrang, der fast krimimässig daherkam und für grosse Spannung sorgte. Das neue Buch handelt in erster Line vom Leben und Alltag eines älter gewordenen schwulen Mannes. Dieses Leben wird, wie immer bei Maupin, sehr liebevoll und mit allen schönen und traurigen Seiten erzählt und als Liebhaberin der Serie reichte mir das (fast) aus. Trotzdem fühlte ich mich daran erinnert, wie Mona sich - ich glaube es war in Band 1 - in Michaels Gegenwart wie eine "fag hag" vorkam und ich konnte es ihr beim Lesen stellenweise fast ein bisschen nachfühlen. Es gab für mich, anders als in den ersten sechs Bänden, keine eigentlichen Identifikationsfiguren mehr.
Alles in allem war es schön, die Neuigkeiten zu lesen. Ein Maupin-Fan wäre ich wegen diesem Buch aber nicht geworden.
Armistead Maupin. Michael Tolliver Lives.
Das war jetzt übrigens meine erste Buchkritik. ;-)
Was ich nicht zu hoffen gewagt hätte, ist eingetreten: Armistead Maupin hat eine Fortsetzung zu seinen "Tales of the City" geschrieben. Und wer weiss, wann ich dies erfahren hätte, wenn ich nicht Silmanjas Artikel zu den "Stadtgeschichten" in der deutschsprachigen Wikipedia gelesen hätte. Ich bestellte also noch am selben Abend den neuen Band, entschloss mich aber, die ersten sechs Bände zum etwa vierten Mal wiederzulesen, bevor ich "Michael Tolliver Lives" zu lesen begann. Dies war wie immer ein Vergnügen und verstärkte meine Neugier auf die Fortsetzung.
Meine Erwartungen waren also hoch. Wie würde Maupin den Faden wieder aufnehmen? Würde er den Sprung über die zwei Jahrzehnte hinweg schaffen? Ich war neugierig, ob und wie sich die Charaktere entwickelt hatten.
Diese Neugierde wurde voll und ganz befriedigt. Man erfährt in "Michael Tolliver Lives", wie Michael, Brian und Mrs. Madrigal heute leben und liest, meist in Rückblenden, was aus den anderen Charakteren geworden ist. Dass die Veränderungen (und auch die Konstanten) der Figuren glaubwürdig gestaltet sind, hat wohl damit zu tun, dass - wie ich jedenfalls annehme - viele Facetten davon Maupins Leben entspringen.
Im Gegensatz zu den alten Stadtgeschichten gibt es in "Michael Tolliver Lives" fast keinen Plot. Jene hatten alle jeweils mindestens einen Handlungsstrang, der fast krimimässig daherkam und für grosse Spannung sorgte. Das neue Buch handelt in erster Line vom Leben und Alltag eines älter gewordenen schwulen Mannes. Dieses Leben wird, wie immer bei Maupin, sehr liebevoll und mit allen schönen und traurigen Seiten erzählt und als Liebhaberin der Serie reichte mir das (fast) aus. Trotzdem fühlte ich mich daran erinnert, wie Mona sich - ich glaube es war in Band 1 - in Michaels Gegenwart wie eine "fag hag" vorkam und ich konnte es ihr beim Lesen stellenweise fast ein bisschen nachfühlen. Es gab für mich, anders als in den ersten sechs Bänden, keine eigentlichen Identifikationsfiguren mehr.
Alles in allem war es schön, die Neuigkeiten zu lesen. Ein Maupin-Fan wäre ich wegen diesem Buch aber nicht geworden.
Armistead Maupin. Michael Tolliver Lives.
Das war jetzt übrigens meine erste Buchkritik. ;-)
acqua - 30. Jan, 21:09
11 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
silmanja - 30. Jan, 22:32
oh wie schön das zu lesen, ich komme leider grad nicht weiter, weil ich irgendwo den zweiten band liegengelassen habe...pfft...
acqua - 30. Jan, 22:37
Ou nei! Ich hatte beim Lesen der sechs Bände manchmal Panikattacken, weil ich einen im Bus oder anderswo hätte liegen lassen können. Die sind nämlich unersetzlich weil auf einer Reise durch Kalifornien in verschiedenen Buchhandlungen zusammengesucht.
silmanja - 30. Jan, 22:41
du hast mich jetzt gerade dazu motiviert den zweiten band bei ebay zu bestellen ;-)
acqua - 30. Jan, 22:44
Gute Entscheidung. Sag' Bescheid, ob du meine Meinung zum neuen Buch teilst, wenn du so weit bist!
silmanja - 30. Jan, 22:52
wen ich soweit komme....
diefrogg (anonym) - 31. Jan, 19:28
Das macht...
mich richtig neugierig auf Armistead Maupin, von dem ich noch nie etwas gelesen habe! Vielleicht sollte ich das mal nachholen. Ich hoffe übrigens, Sie haben meine Mail bekommen, geschätzte Madame Acqua!
acqua - 31. Jan, 19:42
Ups, ja. Ich schreibe sogleich zurück.
Pia Fankhauser - 1. Feb, 20:27
Gut gemacht! Da im Gymnasium verzweifelt nach guter englischer Lektüre gesucht wurde, habe ich deinen Vorschlag sofort an die zuständige Stelle weitergeleitet.
acqua - 1. Feb, 21:07
Schwulenliteratur im Gymnasium. Finde ich gut.
Pia Fankhauser - 2. Feb, 17:37
sollte doch kein Problem sein, oder?
acqua - 2. Feb, 23:09
Keine Ahnung, was die für Massstäbe haben. Explizite Sexszenen gibt es glaubs nur im oben besprochenen siebten Band. Ansonsten werden halt allerlei für Beziehungen und Typen beschrieben. Aber eigentlich nichts, was man nicht mit Gymnasiasten besprechen könnte. Glaube ich.




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