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Montag, 27. Oktober 2008

Frage (LVIII)

Wenn ihr an Zahlen denkt, zum Beispiel beim Rechnen, seht ihr sie dann vor euch? Wie?

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http://acqua.twoday.net/stories/5282473/modTrackback

theswiss - 27. Okt, 20:31

Ich sehe tatsächlich Zahlen, einfach nebeneinander. Nicht aufgeschrieben wie wenn man schrifitlich rechnet.
(übrigens, Fluchen, Rechnen und Beten macht man in der Muttersprache :-)

acqua - 27. Okt, 21:35

Ich fluche aber manchmal auf Italienisch...
Vaff...
Allegra - 27. Okt, 20:37

in farbe....die vier ist bei mir gelb...

TyZwei - 27. Okt, 20:52

Ich sehe es genau gleich wie auf einem Blatt Papier nur ohne Papier :)
Und du, wie kommst du drauf?
acqua - 27. Okt, 21:54

Ich sehe die Zahlen in einer ansteigenden Reihe. Von 1 bis 5 steigen sie von links unten nach rechts oben an, dann gibt es eine Spitzkehre, so dass sie von rechts unten nach links oben ansteigen. Bei 10 wechseln sie nochmals die Richtung und steigen ab da immer von links unten nach rechts oben an. Von 10 bis 20 ist die Reihe sehr steil (mehr als 45 Grad). Bei 20 gibt es einen Knick, weil die Reihe etwas abflacht. Das gleiche nochmals bei 100. Auch danach steigt die Zahlenreihe immer weiter an und verschwindet irgendwann in der Unendlichkeit. Immer die Zahlen, auf die ich mich gerade konzentriere, erscheinen gross und deutlich, während die anderen verschwommen bleiben.
Von 1 bis 10 sind meine Zahlen ebenfalls farbig. Die 4 ist aber eindeutig blau! Gelb ist die 8. Die Zahlen erscheinen hell beleuchtet vor einem schwarzen Hintergrund.
Ich sehe übrigens auch die Tage einer Woche und die Monate und Tage eines Jahres in Reihen.

Ach, und wie ich darauf komme:
Ich habe kürzlich eine Radiosendung über Synästhesie gehört. Das Thema fasziniert mich aber, seit ich zum ersten Mal davon gehört habe.
steppenhund - 28. Okt, 08:26

@acqua

Das ist eine tolle Beschreibung, nach der ich wirklich ein genaues Bild habe. Der Knick bei 5 ist sehr merkwürdig, kann ich aber nachvollziehen. Dann ist es eine logarithmische Darstellung, die auch sehr sinnvoll erscheint.
Von der Beschreibung selbst bin ich aber begeistert.
acqua - 28. Okt, 11:34

Danke.
Ich frage mich auch, woher die Knicke kommen. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, wie ich die Zahlen als Kind kennengelernt habe.
steppenhund - 29. Okt, 07:34

@acqua

Die Knicke ab 10 empfinde ich als logisch. Der bei 5 ist sehr interessant, dafür habe ich kaum eine Erklärung. Außer vielleicht diese:
5 ist eine besondere Zahl. 5 Finger. 1,2,3,4,5. zwischen 5 und 10 sind die Zahlen solala. es muss sie auch geben, aber nach 5 sind sie nicht mehr so interessant. Erst ab 10 geht es wieder los. Wenn ich von 6-10 zähle, sind das die Finger der anderen Hand. Das ist nicht wirklich etwas Neues.
seenia - 27. Okt, 20:55

ich bin immer und immer wieder erstaunt über ihre (sinnlosen) fragen ;-)))

ich seh die zahlen vor mir in arial und schwarz auf weiss.

acqua - 27. Okt, 21:37

Arial. Das ist aber mal eine genaue Antwort... ;-)

Sinnlos!?! Wieso?
seenia - 27. Okt, 21:52

sie wollten doch ne genaue antwort ;-)
acqua - 27. Okt, 21:54

Eben. Das war ein Lob. :-)
books and more - 27. Okt, 21:01

Ich spreche die Zahlen mit, wenn ich die Aufgabenstellung (Beispiel: 294 plus 5) höre oder aus einem Text erfassen muss; dann sehe ich die erstgenannte Zahl (oder die längere Zahl von beiden) schwarz auf weiß (eher hand-)geschrieben, die zweite Zahl schwebt (bei leichten Aufgaben) diffus daneben rum und ich habe sofort das Ergebnis. Bei schwereren Aufgaben denke ich mir die Zahlen untereinander geschrieben, in der passenden Stellenanordnung.

acqua - 27. Okt, 21:40

Dass Sie die Zahlen handgeschrieben sehen, finde ich auch bemerkenswert.

Und da Sie Nachfragen zu mögen scheinen:
Haben Ihre Zahlen auch beim Zählen eine bestimmte Anordnung?
yonosequepasara - 27. Okt, 21:06

Farben spielen eine starke Rolle, so sind die Zahlen von 1-9 sehr bunt, darüber eher in langen Farbverläufen: die Zwanziger in orange, die dreißiger braun, die Vierziger gelb, die Fünfziger bläulich...
Dreistellige Zhalen sind noch eher wieder bunt in den farben der Einzelziffern, darüber wird es diffus...

@Books: Das mit der Handschrift finde ich spannend!

books and more - 27. Okt, 21:11

Farben, wow!
acqua - 27. Okt, 21:44

Hängen die Farben Ihrer zweistelligen Zahlen irgendwie mit den Farben Ihrer einstelligen Zahlen zusammen, Yono?

Die Farben meiner Zahlen sind leider am Verblassen.
yonosequepasara - 28. Okt, 07:28

Nur teils teils, so findet sich die rote Neun bei den Neunzigern wieder, wobei sie da nur den Grundton vorgibt, so ist die 99 grellrot, die 92 driftet schon fast ins Orange ab...
die 6 ist grün, die Sechziger eher hellblau...

Wobei: Farben haben die Zahlen nur, wenn ich sie mir ohne Ablenkung einer tatsächlichen Verschriftlichung vorstelle.
steppenhund - 28. Okt, 08:34

Ich sehe Zahlen nicht linear. In einer Linie würde ich eher 1,2,5,10 etc sehen.
Aber wenn ich eine Zahl höre oder lese, dann habe ich jede Menge Assoziationen dazu. Die sehen dann so aus:
512, 216
Ah! Das ist interessant. 512 ist 2^9. Das weiß man als Informatiker.
Die Ziffern sind umgekehrt gereiht und unterscheiden sich nur in der 6.
216 =6^3. 6+3=9 6=2*3 Von der Gleichung bleibt noch der 2er übrig. Also bleibt auch die Gleichung übrig: 2^(6+3) = 512, (2*3)^3 = 216
Diese zwei Zahlen hängen doch zusammen. Abgesehen davon, dass sie zufälligerweise gerade Kuben sind.
-
Anderes Beispiel: 37. Das ist eine Primzahl. 37 war die Straßenbahnlinie meiner Jugend. Mein Vater hat mir erklärt, dass unsere Straßenbahn leicht zu merken ist, weil der Mensch normalerweise eine Körpertemperatur um die 37 Grad hat. (Gut, ein bisschen weniger, aber halt aufgerundet)
Aber 37 hat noch etwas anderes: 37*3 = 111
37*6=222, usw.
-
Jede Zahl hat eine Geschichte. Und die kann vollkommen unmittelbar präsent sein.

acqua - 28. Okt, 11:47

Assoziationen zu Zahlen habe ich manchmal auch. Sie sind aber nicht ganz so komplex wie deine. Eher so von der Art: "124. Ah, die nächste Zahl ist immer doppelt so gross wie die vorhergehende."
Aber die von mir beschriebene Zahlenreihe sehe ich noch ein Mü früher oder vielleicht besser unmittelbarer als die Assoziationen (obwohl das per Definitionem fast unmöglich scheint, ich weiss...).
rittiner & gomez (Gast) - 28. Okt, 09:44

wir überlegen nun seit gestern wie wir zahlen beim rechnen sehen, irgendwie sind wir unsicher, aber wir sehen gar nichts.

acqua - 28. Okt, 11:38

Vielleicht war es auch irreführend, das Beispiel Rechnen in meiner Frage zu erwähnen. Ich sehe die Reihe eigentlich klarer, wenn ich an Zahlen als solches denke. Es ist schwierig zu beschreiben.

Einmal passierte es mir, spätabends beim Kartenspielen, fast schon im Halbschlaf, dass ich "grün" sagte statt "fünf".
nedganzbachert - 28. Okt, 09:56

Leider ...

... sind die Schilderungen hier an Originalität durch mich nicht zu toppen, solange ich bei der Wahrheit bleiben möchte. Ich "sehe" die Zahlen beim Rechnen so wie ich die Aufgabe schriftlich rechnen würde. Aber ihr Aussehen kann ich nicht beschreiben, weil sie dafür zu flüchtig erscheinen. Farben haben sie nicht. Zählen geht bei mir so mechanisch, dass gar nicht erst ein Bild erscheint.

acqua - 28. Okt, 11:42

Du willst den originellen Kommentaren hier aber nicht unterstellen, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen? ;-)
books and more - 28. Okt, 11:44

Fragen Sie das doch mal: 'Wenn ihr an Deadlines denkt, zum Beispiel bei der Arbeit, seht ihr sie dann vor euch? Wie? Und wohin verschwinden sie beim Prokrastinieren?'

LG von Books!

acqua - 28. Okt, 11:48

Fragen Sie das doch; jetzt wo Sie auch unter die Fragesteller gegangen sind.
books and more - 28. Okt, 20:19

Ich überleg's mir!
acqua - 28. Okt, 20:23

Tun Sie das! Immerhin leben Fragesteller gemütlicher als Schausteller. Glaube ich jedenfalls.
books and more - 28. Okt, 20:38

Glaube ich auch! Frage raushauen und Beine hoch! Guter Plan!
katiza - 28. Okt, 13:29

Danke für die Frage – angewandte Prokrastination. Beim Rechnen kommen bei mir die Zahlen von rechts oben, sind erst Gefühl und werden dann leicht gewölbt auf Höhe meiner Stirn Zahl, der Untergrund ist hell, die Zahl je nach Rechnung, Arial oder Schreibschrift. Vielleicht hängt es damit zusammen, wo ich die Zahl herhole – Erinnerung, Verwendungszweck der Rechnung .Die Zahlen bewegen sich während des Rechenvorgangs – auch das variiert. Ich rechne durch Zerlegen der Zahlen in kleinere Rechnungen – 275 X 3>drei mal 250 untereinander> 750> drei mal 25 irgendwie purzelnd  75.> 75 schiebt sich an 750> und ergibt +50+25> 825 groß > dabei spreche ich innerlich mit.

Zahlenreihen erscheinen im Moment > Versuchssetting> von links nach rechts, relativ schnell. Die einzelnen Zahlen wölben sich vor, Menomotechnik-Bilder und Assoziationsketten wie bei Steppenwolf tauchen auf. Jede Zahl ist eine Tür. Keine Farben, wenn ich versuche Farben zu sehen, sehe ich Bilder, Filme, die Türe öffnet sich erneut.

Bei Jahreszahlen oder Deadlines ist es was anders. Da gefällt mir die Time-Line-Geschichte sehr, mit der ich mich im Zuge meiner Ausbildung befasst habe. Bisher tauchte lagen Vergangenheit; Gegenwart und Zukunft alle in einer Art Nebel vor mir – wie wenn ich von einem Gipfel ins Tals schaue. Die Jahreszahl dient als Suchradar und sehr rasch tauchen klare Bilder auf. Die werden hin und her geschoben und fokusiert. Aber das ist alles zur Zeit 

ein wenig anders.

 

@Herr Books, stellen Sie bitte die Frage.

 

@Frau acqua, Danke für die Frage.

 



acqua - 28. Okt, 20:06

Spannend, diese Time-Line-Geschichte. Und auch die Plastizität mit der du Zahlen siehst. Müsste ich mich am Ende doch mal mit NLP beschäftigen?
Fee am See - 28. Okt, 21:08

Mit deinen Fragen erfährt man spannende Dinge: bunte Zahlen im Kopf! Toll. Meine Zahlen sind farblos, nicht mal schwarz. Obwohl ich sie beim Rechnen gedanklich aufschreibe, in schöner Schreibschrift. Untereinander beim Addieren/Subtrahieren, hintereinander beim Dividieren/Multiplizieren. Bei mehr als drei Ziffern in einer Zahl muss ich mich sehr konzentrieren, damit das Bild beim Rechnen nicht dauernd verschwimmt. Eine einzelne Zahl einfach nur so gedacht, erscheint mit großen Ziffern.

acqua - 29. Okt, 08:08

Wie wie eine Zahl farblos sein kann und trotzdem sichtbar erscheint, kann ich mir nicht richtig vorstellen. Denn sichtbar muss sie ja irgendwie sein. Oder woher wüsstest du sonst, dass die Ziffern gross sind, wenn die Zahl nicht sichtbar wäre. Oder fühlst du sie auf andere Art?
Fee am See - 29. Okt, 16:04

Seltsam, aber so sehr ich auch "hinschaue", ich kann keine Farbe wahrnehmen, obwohl die Zahl vor dem geistigen Auge erscheint. Die Zahlen bleiben irgendwie gedacht, vielleicht kostet es mich deshalb auch so viel Konzentration sie immer wieder klar zu bekommen. Kopfrechnen kann ich nämlich nur, wenn ich mir die Zahlen dazu auch im Kopf vorschreibe.
Wie rechnest du denn?
acqua - 29. Okt, 17:16

Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger weiss auch ich es. Ich glaube, beim Addieren und Subtrahieren sehe ich die erste Zahl auf ihrem oben beschriebenen Platz in der Zahlenreihe und bewege mich dann um die zweite Zahl nach oben oder unten. Oft rechne ich aber auch irgendwie automatisch.
books and more - 29. Okt, 17:17

Ich habe bei einigen Tests bemerkt, dass die Vorstellungsform auch von der Schwierigkeit der Rechenaufgabe abhängt. Je leichter (z.B. 12 plus 2), desto weniger begleitende Vorstellung. Man weiß es dann einfach gleich.
Mlle Diff (Gast) - 30. Okt, 14:38

Mein Zahlen sind so ähnlich angeordnet wie Frau Aquas (inklusive Zoom auf die momentan relevanten), aber die Knicke sind anders. (Kommt auch immer drauf an, aus welchem Blickwinkel man sie betrachtet) Von 0 bis 6 eine relatif flache steigung, dann ein bisschen steiler in die Rechtskurve hinein die bis zu 12 geht, dann wieder weiter nach oben bis zur zwanzig, Linkskurve, herunterhoppeln bis zur 30, leicht rechts zur vierzig etc.... Schwierig, aufzuschreiben. Negative Zahlen sehe ich so ähnlich, nur dass ich sie von unten sehe.
Interessanterweise haben Brüche und irrationale Zahlen keinen Platz auf der Kette, diese sind ohne jeden Kontext einfach so in Druckschrift auf Weiss. (Wobei dann die Dezimalstellen jeweils wieder auch so an einer Art Kette hängen).
Jahre sind übrigens ungefähr Sinusförmige Wellen (mit dem Maximum im Sommer), welche sich auf einem ebefalls geknickten Zeitstrahl tummeln.

[Und gerechnet wird hier je nach dem, ob ich die betreffenden Rechenarten auf deutsch, französisch oder englisch gelernt habe. Was das Fluchen betrifft, so kann ich auf Schweizerdeutsch nie so herzhaft fluchen wie ich gerne möchte und bediene mich deshalb grosszügig am Französischen]

Mlle Diff (Gast) - 30. Okt, 14:41

Ach ja, beim Durchlesen der Kommentare fast übersehen: Die Farben. Früher hatten die Zahlen Farben. Heute irgendwie nicht mehr. (Aber die Drei war orangerot, das weiss ich. Und die Zwei wahrscheinlich weiss. )
acqua - 31. Okt, 08:08

Das wäre mal ein Kunstprojekt: Jeder stellt seine Zahlenreihen oder Jahresketten dar.
Meine Jahre haben übrigens an Silvester ihre Maxima und im Sommer die Minima. Es sind aber keine sinusförmigen Wellen sondern eher aneinandergereihte breit auseinandergezogene "U"s
Yetused (Gast) - 29. Jan, 13:24

Ha! Ganz viele Synästhetikerinnen hier :)

Ich bin so froh, dass ich nicht alleine bin.

Ich sehe die Zahlen zwar nicht angeordnet oder mit Knick. Scheint aber ganz normal zu sein. Jemand hat seine Version mal hier illustriert: flickr.com/


Für mich haben sie nur "Farben". Siehe auch hier illustriert :)

Dafür hab ich aber auch so Zeug wie Gerüche und Farben (Farbe der Parfümflasche muss zum Geruch passen), Emotionen und Farben + Kleiderstücke, Geschmäcker im Mund in best. Situationen usw. Wenn man mal weiß, was alles zur Synästhesie dazugehört fällt einem auf einmal noch ganz viel auf.

Hier ist auch ein internationales Forum, auf dem man mal rumlesen kann, was so bei den anderen abgeht. Gerade das mit den abgeknickten Timelines gibt es dort ganz gut: MixSig.net

Ich sehe Zahlenreihen (beim Zusammenrechnen) in grauen, changierenden Balken vor schwarzem "Universum", die in Units unterteilt sind. Bei kleinen Balken wie zum Beispiel 8 wären es 8 Units à la 1. Wenn man dann plus 5 rechnet, würden vom 5er-Balken 2 Units weggehen und sich an die 8 Units andocken. Bleiben 3 übrig, also sind es 13. Bei Addieren muss ich also im Kopf eig. immer Abziehen :)
Wenn ich in Hunderten rechne, dann sind die Units irendwie mal hunderter und mal Zehner. Ich kann auch nie die ganze Reihe sehen, sondern es entschwindet und bleicht aus, wenn ich nicht genau draufschaue/hinscrolle.

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