beim Film "Gomorra" ein ähnliches Problem. Ich schaute ihn mir an und sagte mir: Wenn Du das an Dich rankommen lässt, dann kannst Du nie mehr nach Italien in die Ferien und Du kannst nie mehr Lebensmittel aus Italien kaufen. Ausserdem machte ich mir fürchterliche Vorwürfe, weil ich bei unserer letzten Italien-Reise so naiv war. Ich muss sagen, das alles hat mich in einen inneren Zwist gestürzt. Ich könnte allerdings nicht sagen, dass er tief war. Denn ich versuchte ja, den Film überhaupt nicht an mich heranzulassen. Dennoch habe ich später nur noch ein einziges Mal italienische Trauben gekauft. Und ich meinte, das von der Mafia an den unmöglichsten Orten verteilte Umweltgift daran zu riechen. Meine Devise ist jeweils: Um solche Zustände wissen, ist wichtig. Es lässt mich meine Situation in einem anderen Licht sehen. Doch auch ich kneife manchmal, wenn ich den Brechreiz kommen spüre.
Gutes Beispiel, Frau Frosch, weil hier so etwas wie Verantwortung ins Spiel kommt. Durch mein Handeln oder Nicht-Handeln bin ich kausal mit den Zuständen, die da gezeigt werden, verbunden. Ich kann z.B. Nahrungsmittel woanders kaufen. Nebenan die hübsche Biobäuerin z.B. Oder, anderes Beispiel, Vegetarier werden. Oder oder. Ein Film über eine Hähnchenschlachtfabrik ist demnach etwas anderes als ein Film über die derzeitige Gewalt im Kongo. Im einen Fall bin ich als Hähnchenesser beteiligt, im anderen Fall - soweit ich sehe - nicht. Beim Hähnchenfilm ist Acquas Frage nach der Grenze durchaus sinnvoll (wo hört der Selbstschutz auf, wo fängt die Bequemlichkeit an).
Woraus ich schliesse, dass ich mir den Film über die Kindersklaven doch hätte anschauen sollen. Vielleicht hätte ich dann nämlich erfahren, ob diesen Zustand mit meinem Handeln irgendwie beeinflussen kann.
Aber auch das wird mir oft zu viel: Bei jeder meiner Handlungen entscheiden zu müssen, ob sie ökologisch sinnvoll, sozial gerecht und natürlich auch noch meiner Gesundheit zuträglich ist.
ich hätte mich natürlich gefreut, wenn Sie dabei gewesen wären. Aber eine Wohltat war der Film nicht gerade, wenn er mir auch von der Machart her besser gefiel als Clooney. Ich weiss nicht, ob Ihnen das besser getan hätte - zumal ihre Affinität zur italienischen Sprache schon nickbedingt irgendwie grösser scheint.
Ich hatte...
Aber auch das wird mir oft zu viel: Bei jeder meiner Handlungen entscheiden zu müssen, ob sie ökologisch sinnvoll, sozial gerecht und natürlich auch noch meiner Gesundheit zuträglich ist.
Also...