Aggregats- und andere Zustände

Mittwoch, 6. August 2008

Authentizität

Bei mir bleiben. Nicht eine Rolle spielen. Nicht etwas darstellen wollen, was ich nicht bin. Mich meiner Gefühle bewusst sein und entsprechend handeln. Das alles meine ich mit dem Begriff Authentizität.

Es gibt Menschen, die möchten etwas sein das sie nicht sind. Sie haben ein Bild von sich selber, das sich nicht mit der Wirklichkeit deckt und müssen es deswegen dauernd herbeireden. Sie binden zum Beispiel jedem auf die Nase wie spontan sie sind oder wie jung geblieben oder meinetwegen auch wie tierlieb. Wären sie authentisch, würden sie nicht so viel Energie darauf verwenden müssen zu zeigen, wer sie angeblich sind, sondern sie würden einfach sein. Diese Menschen täuschen auch sich selber.

Manche Menschen täuschen zwar nicht sich selber aber ihrem Umfeld etwas vor. Hier fallen mir vor allem Männer ein, die mit ihrem angeblichen Status prahlen und vorgeben reich und erfolgreich zu sein. Sicher gibt es hierzu ein weibliches Pendent.

Ich kenne ein Paar, liebe Freunde von mir, die können fast nie beim Gewöhnlichen bleiben. Sie müssen für sich immer eine ausgefallene Variante von allem finden: spezielles Haus, ausgeflippte Hochzeit, nicht alltägliche Namen für ihre Kinder. Es ist super, wenn jemand nicht in den Traditionen verhaften muss. Aufgezwungene Traditionen können die Menschen von etwas Neuem fern halten das ihnen besser entsprechen würde. Aber manchmal ist es eben auch das Gewöhnliche, vielleicht auch das Klassische, was einem Menschen besser entspricht als eine fast krampfhaft gesuchte originelle Lösung.

Ich selber bin unauthentisch, wenn ich nicht bei mir bleibe. Wenn ich meine Gefühle nicht zeigen will oder wenn ich sie sogar selbst nicht erkannt habe. Ich fange in solchen Situationen oft an herumzuhampeln. Manchmal werde ich rauh oder gar verletzend, damit ich meine eigene Weichheit und Verletzlichkeit nicht zeigen muss. Davon will ich weg kommen. Aber es stimmt, was canela sagt: Es braucht manchmal Mut, sich selber zu bleiben und sich selber zu zeigen.

Samstag, 2. August 2008

Taktik

Mann B zu verwenden um mich von Mann A und Mann A um mich von Mann B abzulenken.

Samstag, 12. Juli 2008

Zu dumm!

Am Abend nicht mehr zu wissen, welche Ausreden man sich am frühen Morgen zurechtgelegt hat, damit man nach Feierabend keinen Sport machen muss.

Freitag, 11. Juli 2008

Lauter bedeutungsvolle Begebenheiten

Heute...

...erhielt ich die Anstellungsverfügung von meinen neuen Arbeitgebern. Somit habe ich es endlich auch formell-schriftlich, dass ich dort arbeiten werde.

...traf ich Frau frogg zu einem netten Mittagsschwatz mit weiteren Erzählungen aus der Türkei.

...kaufte ich ein neues Handy. Das kann im Gegensatz zu meinem alten nun also auch fotografieren, filmen und Radio oder Musik abspielen. Telefonieren kann es auch. "Wollten Sie übrigens kein Eifon?" fragte der Verkäufer schmunzelnd, als er schon alles eingetippt hatte. Das wollte ich "zleid" nicht. Sie waren aber ohnehin seit 10 Uhr ausverkauft, wie ich dann erfuhr.

...holte ich meinen neuen Pass 06 auf der Post ab.

...begründete ich ein neues wissenschafliches Fach mit.

Listen erstellen ist einfacher als zusammenhängenden Text schreiben.

Sonntag, 6. Juli 2008

Probleme am Sonntag

Sich nicht entscheiden können, ob man während dem Frühstück lieber "Die Sendung mit der Maus" mit Shaun dem Schaf und mit der Frage, warum das Eiweiss weiss wird oder die "Sternstunde Philosophie" über Judith Butler, Geschlechterrollen und Feminismus schauen will.

Montag, 30. Juni 2008

Post

Zwar nicht direkt Geborgenheit und Anerkennung aber so etwas wie Trost und schöne Ausblicke bringt es, wenn man seinen Briefkasten leert und darin unverhofft den schon vor Längerem bestellten und inzwischen wieder vergessenen vacation planner "Yukon. Larger than Life" und eine ganz und gar unverhoffte Postkarte aus der Türkei findet. Schön!

Freitag, 27. Juni 2008

Stein im Magen

Das schwere Gefühl von heute Morgen fand leider tatsächlich einen Grund im wachen Leben. Nun bin ich mir nicht sicher, ob ich noch jemanden von der Fluggesellschaft am Suchen bin oder ob bereits der Schlafwagenschaffner ratlos nach einer Lösung sucht. So oder so möchte ich gerne so schnell wie möglich aus der Geschichte aufwachen.

Steinschlag

Riesengross war die Erleichterung gerade eben, als ich merkte, dass ich nur geträumt hatte, die Flugtickets nach Alaska zu Hause vergessen zu haben.

Merkwürdigerweise war ich in dem Traum bereits im Flugzeug, als ich meinen fatalen Fehler bemerkte. Dort sah es aus wie in einem Fünfsternehotel. Meine Reisebegleiterin war voll sprachlosem Vorwurf und Entsetzen. Als ich jemanden von der Fluggesellschaft fand, den ich um Rat und Hilfe bitten konnte war das ein dicker älterer Herr in Uniform, der mehr einem Schlafwagenschaffner als einem Flugbegleiter glich. Er blieb die Ruhe selbst, versuchte auch mich zu beruhigen, schien einen Fall von so grosser Schusseligkeit zwar noch nie erlebt zu haben, war aber dennoch zuversichtlich, eine Lösung für mein Schlamassel zu finden.

Zur Erleichterung darüber, dass das alles nur ein Traum war, ist inzwischen aber die Angst hinzugekommen, dass dieser mich auf etwas anderes aufmerksam machen möchte, das ich tatsächlich am Verbocken bin. Es ist ein Gefühl, als ob mir ein Stein vom Herzen gerollt und auf meinem Magen liegen geblieben wäre.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Fallendes Fest gefeiert

Es ist schon toll, wenn man von sich Passfotos machen lässt, die einem dem Reiseziel Alaska wieder einen Schritt näher bringen und dabei die im Fotostudio aufglegten Angebote für Bewerbungsmappen links liegen lassen kann. Ausserdem habe ich soeben die Kündigung für meine bisherige Hauptarbeit abgeschickt. Die heutige to-do-Liste wurde somit auch ganz abgearbeitet.
Zur Feier all dessen kaufte ich mir ein Set Zeichenstifte wie ich sie mir schon seit Monaten gewünscht und bisher nicht gegönnt habe.

Montag, 23. Juni 2008

Lasst Korken knallen!

Diese Stelle habe ich übrigens nicht bekommen. Dafür aber eine ähnliche in der selben Bude. Demnächst werde ich also nur noch einen Hauptjob haben, und je nach Lust und Laune vielleicht noch ab und zu ein kleines Nebenjöbbli.
Die Arbeit verspricht interessant zu werden und ist bei einem attraktiven Arbeitgeber. Ich bin sehr, sehr erleichtert und glücklich darüber. Insgesamt habe ich etwa fünf Jahre auf diesen Moment gewartet.

Danke euch allen nochmals fürs Daumen- oder Zehen drücken, gute Gedanken schicken und an meiner Stelle optimistisch sein!

Die Niederschläge der letzten Tage

"Du bist nicht", sagt...
"Du bist nicht", sagt der Enttäuschte oder die...
Mme Lila (anonym) - 7. Aug, 20:16
Das könnte sein:) Aber...
Das könnte sein:) Aber es könnte ja auch...
steppenhund - 7. Aug, 13:43
Jetzt habe ich den Faden...
Jetzt habe ich den Faden in dieser Diskussion glaubs...
acqua - 7. Aug, 09:37
Ich glaube, dass es das...
Ich glaube, dass es das Wesen der Authentizität...
steppenhund - 7. Aug, 00:35
Die Frage, die für...
in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist:...
diefrogg (anonym) - 6. Aug, 23:49
Das beste Werk, welches...
Das beste Werk, welches ich über A kenne, ist...
steppenhund - 6. Aug, 22:27
Authentizität
Bei mir bleiben. Nicht eine Rolle spielen. Nicht etwas...
acqua - 6. Aug, 19:55
Ich weiss, worauf du...
Ich weiss, worauf du anspielst. Aber bei mir besteht...
acqua - 6. Aug, 18:53
Verhaltensweisen. Und...
Verhaltensweisen. Und ich halte Authentizität...
steppenhund - 6. Aug, 15:47
solange es aufgeht, ist...
solange es aufgeht, ist es gut. nur meistens geht es...
seenia - 6. Aug, 09:37

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