Bevor er bei Murten den Mut und schliesslich bei Nancy sein Blut verlor, verlor Herzog Karl der Kühne von Burgund 1475 bei der Schlacht von Grandson sein Gut. Eine riesige Beute fiel seinen Feinden, den Eidgenossen zu. Warum der Herzog mitsamt seinen Wertsachen in die Schlacht zog, ist mir ein Rätsel. Wohl manch ein Herrenhaus in der achtörtigen Eidgenossenschaft wurde mit Teilen des Burgunderschatzes bezahlt. Bei der Beute soll sich auch ein ganz besonderer, etwa walnussgrosser, gelber Diamant befunden haben, der "Florentiner" genannt wurde. Angeblich hat dieser Diamant bei der Namensgebung des Gebäcks Pate gestanden, das ähnlich wie er gelblich schimmert.
Florentiner gehören zu meinen Lieblingsguätzli. Da ich die Ehre habe, das 19. Türchen von Zorras kulinarischem Adventskalender zu bestücken, stelle ich heute ein Rezept dafür vor. Teil des Adventskalenders ist übrigens auch ein Wettbewerb, der sich hinter dem 24. Türchen verbergen wird.
Florentiner
(ergibt etwa 60 bis 70 Stück)
125 g Mandelsplitter
60 g Orangeat
60 g Zitronat
125 g Zucker
1 Essl. Butter
1.25 dl Rahm
2 Essl. Mehl
120 g dunkle Schokolade
2 - 3 Essl. Wasser
Mandelsplitter, Orangeat, Zitronat, Zucker, Butter und Rahm in eine Pfanne geben. Unter Rühren 3 Minuten auf kleinem Feuer kochen.
Mehl beigeben.
Portionen à 1 Teelöffel auf ein mit Backpapier belegtem Blech weit auseinander setzen (etwa 20 Häufchen pro Blech).
Ungefähr 5 Minuten bei 220°C backen. Die Florentiner sollen bräunlich werden. Sofort nach dem Backen die möglicherweise zerflossenen Guätzli durch Zusammenschieben rund formen. Das Papier vom Blech ziehen und die Florentiner auskühlen lassen.
Die Schokolade mit dem Wasser im Wasserbad schmelzen lassen. Die Unterseite der Florentiner mit etwa 1 Teelöffel Schokolade bestreichen. Florentiner mit der Schokolade nach unten auf Backpapier setzen und trocknen lassen.