Nebenflüsse
Mich zusammen mit fünf anderen Frauen und Mädchen im Alter zwischen 8 Monaten und 40 Jahren mit einer Carrera-Bahn vergnügt.
Das Gottenmädchen war die Pilotin, die Frau und eine Tochter meines Cousins sassen bei je einer Kurve der Bahn und stellten das Auto wieder auf die Schiene zurück, wenn es herauskatapultiert worden war (also etwa jedes anderthalbte Mal), eine andere Tochter des Cousins und ich schauten zu und gaben gute Tipps während die kleinere Nichte sich still an der Situation erfreute.
Wir spielten in der ehemaligen Wohnung unserer Gross- bzw. Urgrossmtter. Vielleicht war sie ja die Siebte im Bunde?
Wie kann etwas nur so crémig-weich und gleichzeitig so stechend-scharf sein?
Mein Vater, der zu unser aller Erstaunen den Wunsch äussert, hier in der Stadt eine dauerhafte Übernachtungsmöglichkeit zu haben, damit er jederzeit spontan abends hier in den Ausgang gehen könnte ohne danach noch die 30 km (!) nach Hause fahren zu müssen und mir deshalb vorschlägt, ein grössere Wohung zu mieten, mit einem Zimmer, in dem ein Bett für ihn reserviert wäre. Den Aufpreis für die grössere Wohung würde er übernehmen. Und es würde ihn nicht im geringsten stören, wenn ich während seiner Anwesenheit Männerbesuch hätte, denn der würde ja nicht in seinem, sondern in meinem Zimmer schlafen.
Ich habe ihn trotzdem (und trotz noch so einigen anderen Dingen) sehr lieb.
Die Steuererklärung ist eingetütet! Zum ersten - und wenn alles gut geht auch zum letzten - Mal mit Angaben zu einem Nebeneinkommen als Selbständigerwerbende. Mal schauen, ob die meine rudimentäre (nicht-kaufmännische!) Buchhaltung akzeptieren.
Morgens um 8 Uhr im Zug. Im Abteil hinter mir dröhnt ein mp3-Player so laut in den Schädel eines jungen Typen, dass der ganze Waggon mithört.
Frau acqua verdreht die Augen.
Abends um 19 Uhr 30 im Bus. Ein älteres Ehepaar und eine etwa gleichaltrige Frau sehen hinter zwei jungen Frauen her, die soeben mit ihren beiden Kinderwagen ausgestiegen sind: "Das Bébé war so klein und hatte nicht einmal Socken an", zischt die eine Frau im Bus. "Und sowieso: Um diese Zeit waren unsere Kinder jeweils im Bett", pflichtet die andere bei.
Frau acqua schüttelt den Kopf.
Wenn man sich am Morgen über die Jungen aufregt und am Abend über die Alten, dann ist man selbst wahrscheinlich gerade im richtigen Alter.
Nachts bei offener Gartentüre im Bett zu liegen und plötzlich ein unbekanntes, hohles Scharren zu hören. Ich war todesmutig, stand auf, schob den Vorhang zur Seite und schaute hinaus. Dort war nichts zu sehen, ausser der Dunkelheit. "Natürlich haben die Einbrecher gehört, dass ich aufgestanden bin und verstecken sich nun hinter der Hausecke", denke ich.
Zum Glück merkte ich dann bald, dass nur die Katze, unter dem Bett eine Spinne jagte und dabei das dort verstaute Staubsaugerrohr verschob.
Morgen mit der kleineren Nichte die Schwester in die Stadt begleiten.
Übermorgen zum Zmittag bei Bekannten und ihren drei Kindern.
Am Sonntag Geburtstagsparty vom Göttibuben.
Am Montag den Buben einer Freundin hüten.
Sich in diesen Zeiten mit Schnupfen und Husten in der Öffentlichkeit zu bewegen gleicht einem Spiessrutenlaufen. Oder bilde ich es mir nur ein, dass ich bei jedem Niessen oder Schneutzen ängstlich angeschaut werde?
Auf den etwa zwei m2 kompensiere ich mindestens einen Transatlantikflug pro Jahr.
Ich glaube, die Katze denkt, sie müsse mich nur lange genug anmaunzen, damit ich den Regen abstelle.