Nebenflüsse

Dienstag, 22. Juli 2008

Komplementärfarben

Nessys heutige Geschichte erinnert mich an eine eigene Begegnung mit einer allerdings sehr viel sympathischeren Frau:

Sie war eine Patientin, über achzigjährig, an der leider vor kurzem ein unheilbares Krebsleiden diagnostiziert worden war. Davon abgesehen war sie aber noch ziemlich fit und sie trug die Diagnose mit Fassung, Würde und Ironie.
Aufgrund der Krankheit hatte sich ihre Haut leuchtend gelb verfärbt. Wie komisch und simpsonesk die neue Gesichtsfarbe zusammen mit ihrem knallvioletten Haarton wirkte, entging ihr wohl aber gücklicherweise.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Schon wieder Lärm

Eigentlich sind fröhliche Menschen ja etwas Schönes. Wenn man aber den vorläufig letzten schönen Sommerabend am Schreibtisch verbringen muss, nervt das laute Gekichere aus dem Nachbargarten. Schon tagsüber liess ich wegen Baulärms das Fenster zeitweise geschlossen. Wäre ich nicht selbst schuld, ich würde mir direkt leid tun.

Sonntag, 13. Juli 2008

Sieben Mulden und eine Leiche

Seit ich am Freitag den Film "Sieben Mulden und eine Leiche" gesehen habe, geht er mir nicht mehr recht aus dem Kopf. Er lässt sich mit kaum etwas was ich bisher an Filmen gesehen habe vergleichen.

siebenmulden_03

Nach deren Tod werden Thomas und Erik Haemmerli nicht nur mit der zugemüllten Wohnung der Mutter konfrontiert, sondern auch mit Resten ihrer Leiche und mit noch mehr Leichen im Keller der Familiengeschichte. Vier Wochen sind sie mit den Räumungsarbeiten beschäftigt. Thomas Haemmerli und eine befreundete Filmemacherin halten diese Zeit auf Film fest. Das ist das Material aus dem der eine Erzählstrang des Dokumentarfilmes entstand, in dem eine Mulde nach der anderen gefüllt und abtransportiert und die Wohnung der Mutter immer leerer wird. Der andere Erzählstrang rollt mit Hilfe von Super-8-Material und Fotos die Familiengeschichte auf. Je mehr man darüber erfährt, um so mehr wird aus der heilen Welt mit Vatermutterundzweikindern eine Ansammlung von Personen mit Brüchen und mit wenig Halt.

Es berührte mich, wie die zwei Brüder mit dem Tod und, was vielleicht noch schwieriger ist, mit dem Leben ihrer Mutter umgehen. Wie sie anpacken was es anzupacken gibt und dabei weder Kraft noch Humor verlieren, auch wenn es die Grenzen des Vorstellbaren und Zumutbaren überschreitet.

Der Film ist so, wie auch ich gerne wäre: sensibel und dabei das Gegenteil von zimperlich.

"Sieben Mulden und eine Leiche", Thomas Haemmerli 2007

Dienstag, 1. Juli 2008

Scho chli fräch!

Für die Einreise in die USA benötige ich einen biometrischen Pass. Dieser wird fünf Jahre lang gültig sein und ich muss dafür 250 Franken bezahlen. Ausserdem muss ich, frühestens fünf, spätestens 30 Tage nachdem ich den Pass bei meiner Wohnsitzgemeinde bestellt habe, bei einem der acht regionalen Erfassungszentren vorsprechen, damit die biometrischen Daten erhoben werden können. Von hier aus das nächste dieser Zentren befindet sich in Zürich.

Zur Zeit befindet sich der biometrische Pass in der Schweiz in der Pilotphase. Nach Beendigung der Pilotphase wird ein Pass zehn Jahre lang gültig sein und noch 140 Franken kosten. Ich nehme an, dass es dannzumal auch mehr regionale Erfassungszentren geben wird, zum Beispiel auch eines in der Zentralschweiz.

Ich muss heute also mehr als dreieinhalb mal mehr für meinen Pass bezahlen, als ich es ab Herbst 09 müsste und zusätzlich noch nach Zürich reisen um mich fotografieren zu lassen.

Der höhere Preis während der Pilotphase wird damit begründet, dass er für die Deckung der Projektkosten verwendet werden soll. Aber warum muss ich die bezahlen? Ich finde das ziemlich unglaublich!

Mittwoch, 25. Juni 2008

Äs Schlafnächtäli

...nennt meine Mutter solche Nächte, in denen nach einem schwülen Tag die Luft durch einen Gewitterregen wunderbar kühl und duftend ist.

Sogni d'oro!

Montag, 16. Juni 2008

Mein neuer Traumberuf

Playmobilschachtelbildfotografin

Sonntag, 15. Juni 2008

Ehemann

Als vor ein paar Jahren meine Schwester und ich fast gleichzeitig unser Studium abschlossen, luden meine Eltern uns beide ein und wir machten auf Kreta seit langem wieder einmal Ferien zu viert. Bei einem Ausflug über die Insel kamen wir an einem uralten Kloster vorbei, wo fast ebenso alte Klosterfrauen in ihrem Klosterladen Heiligenbilder, selbstgesammelte Kräuter und selbstgehandarbeitete Gegenstände verkauften. Meine Mutter entdeckte dort genau so eine Tischdecke, wie sie sie angeblich schon lange gesucht hatte. Sie war wirklich sehr schön, bestickt und kostete 100 Euro. Weil sie mit dem Geld ja auch die Klosterfrauen unterstützen würde, beschloss meine Mutter, die Tischdecke zu kaufen und weil sie selber nicht genug Bares bei sich hatte, bat sie meinen Vater, ihr das Geld zu geben. Dieser fand 100 Euro zwar ziemlich viel für eine Tischdecke. Weil er aber einer der grosszügigsten Menschen ist, die ich kenne, diskutierte er nicht lange, sondern gab meiner Mutter das Geld.
Auch meiner Schwester erschien der Betrag reichlich hoch, um eben mal so nebenbei ausgegeben zu werden. Sie sagte deshalb zu unserem Vater: "Jaja. Ehe man es sich versieht, ist man auf diese Weise wieder 100 Euro los." Worauf der trocken antwortete: "Die Betonung liegt auf Ehemann."

Samstag, 14. Juni 2008

Relativität

Verglichen mit dem Trimmer macht der Rasenmäher ein angenehmes Geräusch.

Sonntag, 8. Juni 2008

Und dann war da noch...

... das Vreni: "Das hatte diese Krankheit. Wie hiess die noch mal? Bei der man keinen Zucker essen darf? Diabetes? Es hat gesagt, man solle drei mal am Tag morgens, mittags und abends eine Essiggurke essen. Damit hat es das weggekriegt."

Samstag, 24. Mai 2008

Reality

Andere Leute schauen Kochsendungen; mein Kater schaut, wie die nistenden Amseln vor seiner Nase hin und her fliegen.

Die Niederschläge der letzten Tage

"Du bist nicht", sagt...
"Du bist nicht", sagt der Enttäuschte oder die...
Mme Lila (anonym) - 7. Aug, 20:16
Das könnte sein:) Aber...
Das könnte sein:) Aber es könnte ja auch...
steppenhund - 7. Aug, 13:43
Jetzt habe ich den Faden...
Jetzt habe ich den Faden in dieser Diskussion glaubs...
acqua - 7. Aug, 09:37
Ich glaube, dass es das...
Ich glaube, dass es das Wesen der Authentizität...
steppenhund - 7. Aug, 00:35
Die Frage, die für...
in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist:...
diefrogg (anonym) - 6. Aug, 23:49
Das beste Werk, welches...
Das beste Werk, welches ich über A kenne, ist...
steppenhund - 6. Aug, 22:27
Authentizität
Bei mir bleiben. Nicht eine Rolle spielen. Nicht etwas...
acqua - 6. Aug, 19:55
Ich weiss, worauf du...
Ich weiss, worauf du anspielst. Aber bei mir besteht...
acqua - 6. Aug, 18:53
Verhaltensweisen. Und...
Verhaltensweisen. Und ich halte Authentizität...
steppenhund - 6. Aug, 15:47
solange es aufgeht, ist...
solange es aufgeht, ist es gut. nur meistens geht es...
seenia - 6. Aug, 09:37

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