Tröpfchen

Sonntag, 1. November 2009

Relativitätstheorie im Alltag

Der Göttibub (7 Jahre):
Ich gehe doch schon gaaanz lange in die Leichtathletik.

Ich (39 Jahre):
Na ja. Seit vier Monaten etwa. Oder?

Er (immer noch 7 Jahre):
Eben!

Sonntag, 20. September 2009

Liebe

Geduldig und staunend steht das Gottenmädchen neben der Hüpfburg. Manchmal spielt es aufgeregt mit seinem grün geblümten Röckchen. Es geht vorsichtig-freundlich auf einzelne der anderen Kinder zu während es darauf wartet, dass die barsche Kinderbetreuerin endlich entscheidet, es sei mit Hüpfen an der Reihe. Diese blonde Frau, die so merkwürdig spricht. Es schaut sie mit grossen Augen an und versteht sie kaum, als diese auf Hochdeutsch "So, jetzt halte mir mal deine Flossen hin!" raunzt. Aber es hat verstanden, dass es sich mit ihr abfinden muss, wenn der grösste Wunsch den es in diesem Moment hat in Erfüllung gehen soll. Ohne das Einverständins der Frau kann es nicht auf die Hüpfburg.
Es ist so klein, vertrauensvoll und verletzlich, dass mir fast die Tränen kommen.

Freitag, 24. April 2009

Das Kompliment der Woche

Als ich heute Abend vor meinem zweijährigen Patenmädchen kniete um ihm die Hausschuhe anzuziehen, strahlte es mich an und sagte: "Schöni Gottä!"

Montag, 20. April 2009

Die Jungfrau

"Was ist eine Jungfrau?" fragt Tom, als seine Mutter, zwei meiner Onkel und ich bei Cordon Bleu und Pommes Frites auf der Sonnenterrasse des Bergrestaurants sitzen. Ihm ist gerade das Alpenpanorama erklärt worden: Eiger, Mönch und Jungfrau.
"Eine Jungfrau ist eine Frau, die nicht verheiratet ist", sagt der eine Onkel.
"So wie dein Mami", kann ich nicht widerstehen zu ergänzen.

Fiel mir ein, weil diefrogg bei sich drüben über Elizabeth George und die Jungfräulichkeit philosophierte.

Sonntag, 12. April 2009

Sichere Beweismethode

Als ich mit dem inzwischen siebenjährigen Tom Ostereier bemale, macht dieser sich so seine Gedanken. Von Ostern schweifen sie zu Weihnachten.
"Ich möchte schon gerne wissen, wer das Christkind ist", sagt er nachdenklich.
"Das Christkind ist natürlich das Christkind", antworte ich. "Es hat lange blonde Haare und zwei grosse goldene Flügel."
Tom ist nicht ganz überzeugt. "Ich möchte einmal eine Kamera installieren, damit ich es heimlich filmen kann. Das ist eine sehr gute Methode. Denn sogar wenn das Christkind auf dem Film unsichtbar ist, würde man darauf die Geschenke, die es in den Händen hält, durch die Luft schweben sehen."

Samstag, 4. April 2009

Berührend

Dieser Moment gestern am späten Nachmittag, als die zweijährige Nichte auf den am hellen Himmel schon sichtbaren fast vollen Mond zeigt. "D'Sunnä!" ruft sie erfreut und erstaunt zugleich.
"Nein, das ist der Mond", sage ich, und ich weiss nicht, ob ich damit eine soeben erwachte Illusion zerstöre oder ein Faszinosum eröffne.

Sonntag, 10. August 2008

Ketzerisch

Die eineinhalbjährige Nichte, die bei ihren Sprachversuchen viele Begriffe pars pro toto verwendet, so zum Beispiel „holä“ sagt und damit „bringen“, „geben“ oder „holen“ meint oder alles was süss schmeckt „Soggi“ nennt, sich im Ableger der Vegirestaurant-Ikone mit zappelnden Armen und Beinen auf das Essen freuend, das sie auf sich zukommen sieht und dabei immer wieder ihr Wort für köstliche, herzhafte Speisen rufend: „Fleis, Fleis, Fleis!“

Dienstag, 1. Juli 2008

Toms Rührei

"Zuerst schicke ich den Papi aus der Küche. Dann lasse ich die Butter schmelzen und verteile sie in der Pfanne. Dann tue ich die Eier in die Pfanne und rühre. Und wenn ich nichts mehr sehe weil meine Brille voll Dampf ist, ist das Rührei fertig. Das ist das beste Rührei der Welt!"

Tom ist schon sechseinhalb. Mit Betonung auf einhalb.

Sonntag, 29. Juni 2008

Käfer

Der sechsjährige Tom während er mit einem Stöckchen an einem Käfer herumstochert der tot in einer Ecke liegt: "Los. Geh' schon weg da!"

Ich: "Tom, das nützt nichts, wenn du mit dem Käfer redest. Der ist tot."

Super, Frau acqua, von Ihnen können Kinder echt etwas lernen! Zum Beispiel, dass lebende Käfer eloquente Gesprächspartner sein müssen.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Aufrechte Haltung

Frauen, die wie ich ohne Brüder aufgewachsen sind, machen sich oft keinen Begriff davon, welche Prüfungen ein Bub auf seinem Weg zum gestandenen Kerl bestehen muss. Erst im Laufe unseres Lebens bekommen wir die eine oder andere Ahnung von den Schwierigkeiten der Mannwerdung.

Auf einer Wanderung mit dem kleinen Tom war kürzlich für mich so ein Moment. Wir waren etwa seit zwei Stunden unterwegs, als er plötzlich pinkeln musste. Bis dahin war seine Mutter in solchen Situationen mit ihm ins Gebüsch oder hinter einen Baum gegangen und hatte ihn in hockender Position vor sich her gehalten. Nun aber waren die beiden der Ansicht, es sei an der Zeit, dass Tom das Pinkeln im Stehen lerne. Zu Hause auf der Toilette klappte es wohl schon, aber im Freien war das anscheinend viel schwieriger. Sie verschwanden also miteinander in einem Wäldchen, kehrten nach einer Weile jedoch unverrichteter Dinge auf den Wanderweg zurück. Tom hatte in der ungewohnten aufrechten Haltung nicht so recht loslassen können.
Wir marschierten noch ein wenig weiter und zehn Minuten später startete Tom einen neuen Versuch. Diesmal stelle er sich alleine vor einen Baum. Nachdem ich ihm den Tipp gegeben hatte, er solle sich vorstellen, die Wurzeln seien eine WC-Brille, wandten seine Mutter und ich uns taktvoll ab und sprachen über etwas anderes. Bald hörten wir ein kleines Rauschen und danach sahen wir einen strahlenden Bub. Das müsse er seinem Vater erzählen, meinte er stolz. Als ich ihn fragte, wie es denn nun geklappt habe sagte er, er habe beim Pinkeln einfach an etwas ganz Schönes gedacht. "Woran?" wollte ich indiskreterweise natürlich wissen. "An ein Kästchen voller Gold", antwortete er mit schwelgerischer Stimme.

Ich hatte bis dahin ja keine Ahnung, welche Träume einen Sechsjährigen vorantreiben.

Die Niederschläge der letzten Tage

In einem Besprechungszimmer...
In einem Besprechungszimmer in meiner damaligen Firma....
steppenhund - 5. Nov, 18:50
Weil im November das...
Weil im November das vergeht, was im März aufblüht.
nessy - 5. Nov, 16:25
Frage (LXXXI)
9/11 - 9. 11. - Wo wart ihr dann? Das fragt die Wüstenfüchsin....
acqua - 5. Nov, 15:13
Scilla? Ich sehe die...
Scilla? Ich sehe die Logik nicht. Sonst jemand?
acqua - 3. Nov, 22:15
Gut möglich. Oder...
Gut möglich. Oder Fasnacht?
acqua - 3. Nov, 22:14
Schönes Bild!
Schönes Bild!
acqua - 3. Nov, 22:14
Oktober?
Oktober?
acqua - 3. Nov, 22:13
Weil beide gleich weit...
Weil beide gleich weit vom Juli entfernt sind?
acqua - 3. Nov, 22:13
Im Umkehrschluss ist...
Im Umkehrschluss ist also November = Tod?
acqua - 3. Nov, 22:12
Weil dann weisse statt...
Weil dann weisse statt farbige Blätter von den...
acqua - 3. Nov, 22:11

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